72h Stunden

"Menschen ansprechen und motivieren"

Interview mit Pamela Natter und Lars Peter

Pamela Natterer
Pamela Natterer
Lars Peter
Lars Peter
  • Wieso habt Ihr Euch dazu entschieden, den Song für die 72-Stunden-Aktion zu machen? Was hat Euch daran gereizt?

    Lars: Ich finde es immer reizvoll Songs zu einem bestimmten Thema zu schreiben, also wenn ich eine bestimmte Aufgabenstellung habe und da gezielt drauf hin arbeiten kann. In diesem Fall fand ich es schön, dass ich einen Song für eine richtig gute Sache schreiben konnte – es ist toll sagen zu können: Das ist eine gute Aktion, da steh ich voll dahinter und unterstütze das.

    Pamela: Für mich ist Musik machen mehr als nur Kunst. Ich möchte mit meinen Songs etwas bewegen, Menschen ansprechen und motivieren. Die 72-Stunden-Aktion des BDKJ ist für mich eine wirklich inspirierende Aktion. Menschen werden bewegt und bewegen etwas für andere Menschen und für ihr Land. Das begeistert mich und ich möchte mit dem Song auch andere dafür begeistern. Was für mich auch ein wichtiger Aspekt ist: Jeder kann mitmachen. Die Aktion ist nicht nur auf katholische Christen/-innen beschränkt, sondern sie ist offen für andere Konfessionen. Hier können gute Werke, die wir gemeinsam tun, verbinden und Grenzen überwinden.

  • Wie ist der Song „Himmel“ für die 72-Stunden-Aktion entstanden?

    Pamela: Ich glaub das wichtigste an so einem Song ist die Grundaussage. Die haben wir mit dem BDKJ zusammen erarbeitet. Und dann ging das eigentlich relativ schnell. Songwriting mit Lars macht total Spaß, wir kennen uns schon lange und da ist man ein eingespieltes Team.

    Lars: Es ging wirklich sehr schnell. Zuerst habe ich in meinem Studio zuhause einfach angefangen herumzuexperimentieren. Ich habe mal eine Melodie gesummt, am Klavier was ausprobiert. Dann kamen die Ideen, und ich habe eine Demoversion des Songs eingespielt – das Schlagzeug programmiert, den Bass mit dem Keyboard eingespielt, die Gitarren angedeutet. Diesen Rohentwurf habe ich an Pamela geschickt. Die ist gut darin, konkrete Melodien und Worte zu finden. Sie hat dann an der Melodie gearbeitet und den Text geschrieben. So ging das mit einigen Änderungen immer wieder hin und her. Als klar war, dass der Song gut ist, sind wir richtig ins Studio gegangen, wo die Musiker den Song eingespielt haben.

  • Wie kam die Idee zu den Lyrics?

    Pamela: Es ist gar nicht so leicht, die richtigen Worte zu finden für einen Song wie diesen. Er soll einfach sein, leicht mitsingbar und eingängig. Aber gleichzeitig transportiert er eine wichtige Message, sollte nicht zu platt und zu floskelhaft sein. Das ist als Songwriter immer eine Herausforderung. Aber das Thema hat mich selbst so begeistert, dass ich viele Ideen hatte und den Text schnell umsetzen konnte.

  • Warum findest Du die 72-Stunden-Aktion toll?

    Lars: Ich finde es extrem toll, dass es sowas überhaupt gibt. Dass das Bewusstsein noch da ist: Wir können was erreichen. Ich finde es schön, dass bei der 72-Stunden-Aktion nicht nur geredet wird, sondern dass Jugendliche wirklich anpacken und was bewegen. Dadurch kommen ja auch andere Menschen ins Nachdenken. Solche Aktionen schärfen das Bewusstsein, dass man gemeinsam mit anderen zusammen viel erreichen kann und dass nicht alles vergebens ist.

    Pamela: Ich finde die Aktion toll, weil sie konkret ist. Wir reden alle so viel über die negativen Auswirkungen der Globalisierung, über Umweltschutz und Menschenrechte, aber die wenigsten Menschen finden einen konkreten Ansatz, sich einzubringen und die Welt ein kleines bisschen zu verändern.
    Doch darum geht es doch irgendwie. Wir können als Einzelpersonen oft nicht viel bewegen. Aber wenn jede/-r das mitbringt, was sie/er kann, und wir uns zusammen tun, um etwas zu erreichen, dann verändert das unsere Gesellschaft zum Positiven.
    Gemeinschaft ist etwas, wofür Menschen gemacht wurden. Und die 72-Stunden-Aktion greift das auf. Mit anderen zusammen etwas bewirken. Gemeinschaft ist auch etwas, was Kirche und Christsein ausmacht. Kirche kann ein zu Hause sein für Menschen. Aber auch ein Ausgangspunkt für Veränderung, das haben wir schon so oft in der Geschichte erlebt. Der katholischen Kirche wird oft vorgeworfen, nicht gesellschaftsrelevant zu sein. Die Fragen, die wir als Menschen haben, entweder zu ignorieren oder keine passende Antwort darauf zu finden.
    Die 72-Stunden-Aktion ist eine Antwort auf eine der wichtigsten gesellschaftlichen Fragen: Wie kann die/der Einzelne etwas Positives bewirken? In dem die Einzelnen sich zusammentun und in der Gemeinschaft Dinge verändern. Das finde ich toll, und da möchte ich dabei sein. Auch und gerade als evangelische Gläubige.

  • Was gibst Du den Aktionsgruppen – außer eurem Song – mit auf den Weg?

    Lars: Ich finde klasse, dass Ihr als Aktionsgruppen bei der 72-Stunden-Aktion mitmacht. Habt viel Spaß dabei und ich drücke Euch die Daumen, dass jede Gruppe das erreicht, was sie sich vorgenommen hat. Und natürlich wäre es super, wenn unser Lied dazu führt, dass die Arbeit leichter von der Hand geht.

    Pamela: Seid Euch bewusst, dass alles was Ihr tut, wichtig und wertvoll ist. Mag es noch so klein sein. Ihr seid Vorbilder und die Veränderungen, die Ihr bewirkt, mag es Müll sammeln sein oder Einsätze in Altenheimen, oder was euch sonst so für Aufgaben begegnen: Ihr verändert die Welt ein kleines bisschen. Und Menschen, die die Bequemlichkeit unserer Zeit überwinden und sich sozial engagieren, ob in diesem Rahmen oder in einem anderen, sind für mich die wahren Helden. Danke, dass Ihr dabei seid!