72h Stunden

GEPA unterstützt die 72-Stunden-Aktion

Wie aus Kleinem Großes wird

„Mit der Definition von sozialen und ökologischen Standards für die Vertragsproduzenten aus Afrika, Asien und Lateinamerika setzt die GEPA schon seit langem Maßstäbe“, so die Jury-Begründung zum Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2011. Mit der Auszeichnung „Top 3: Deutschlands nachhaltigste Marken“ hat die GEPA einmal mehr ihre Pionierrolle beim Fairen Handel und ihren „ausgezeichneten“ Ruf bewiesen. Laut Jury ist Nachhaltigkeit als Markenversprechen bei der GEPA kein Lippenbekenntnis, sondern wird gelebt.

Tatsächlich sind aus der praktischen Erfahrung von Akteuren wie der GEPA viele Standards des Fairen Handels wie das Fairtrade-Zeichen erst entwickelt worden. Fairer Handel als Unternehmensziel ist schon im Namen enthalten, denn GEPA steht für „Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt“. Gewinne werden ausschließlich in den Fairen Handel reinvestiert. Die 3 im Logo hat die GEPA noch als Erinnerung an ihre historische Wurzeln beibehalten, wohl wissend, dass wir längst in einer globalisierten Welt mit gegenseitigen Abhängigkeiten leben.

Der Faire Handel und die GEPA – gestern und heute

Aus Kritik an der offiziellen Entwicklungspolitik organisierten die kirchlichen Jugendverbände aej (Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland) und der BDKJ (Bund der Deutschen Katholischen Jugend) 1970 Hungermärsche in 70 Städten der Bundesrepublik und mobilisierten 30.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Daraus entstand mit Unterstützung der Hilfswerke Misereor und Evangelischer Entwicklungsdienst die Bewegung „Aktion Dritte Welt Handel“ (A3WH). Für die A3WH war die Ware Gegenstand politischen Lernens: „Lernen durch Handeln“.

1975 gründeten die Jugenddachverbände und die kirchlichen Hilfswerke die GEPA.  Zwei Wohnungen mit je 100 Quadratmetern bildeten 1975 das erste Lager mit Verwaltung in Wuppertal-Barmen. Demgegenüber stehen heute ein 8500 Quadratmeter großes Hochregallager und ein 2500 Quadratmeter Verwaltungsgebäude in Wuppertal-Vohwinkel. Im ersten Jahr machte die GEPA einen Umsatz von 1,33 Millionen Euro mit 40 Weltläden. Heute hat sich die GEPA zu Europas größter Fairhandelsorganisation mit einem Großhandelsumsatz von 61,5 Millionen Euro entwickelt.

Doch die GEPA misst sich nicht allein an Umsatz- und Quadratmeterzahlen: Die ersten GEPA-Kampagnen unter dem Motto „Jute statt Plastik“ sowie „Solidarität mit Nicaragua“ haben Ende der 70er- und Anfang der 80er-Jahre ein Stück Zeitgeschichte geschrieben. Weitere Meilensteine waren der weltweit erste Biotee 1987 aus Sri Lanka sowie der Schritt in die Supermärkte und Firmenkantinen 1992/93. Eine Qualitätsoffensive in den 90er-Jahren führte zur Entwicklung von Premiumprodukten wie Kaffees, die zu den besten in Deutschland gehören. Die GEPA stärkt damit nicht ihre rund 190 Partner im Süden (hauptsächlich demokratisch organisierte Kleinbauerngenossenschaften), sondern auch den Mittelstand hier, denn bei mittelständischen Unternehmen lässt sie ihre Rohware zu Röstkaffee oder Schokolade weiterverarbeiten.

Seit 2009 arbeitet die GEPA an einer Runderneuerung ihrer Lebensmittelsortimente. Dabei hat sie 2011 unter dem Moto „Süd trifft Nord“ mit dem Anbauverband Naturland Schokoladen mit fairer Milch der Milchwerke Berchtesgadener Land auf den Markt gebracht. Denn fair heißt nicht nur faire Preise für Kakao- und Zuckerkleinbauern, sondern auch höhere Milchpreise für rund 300 Naturland-Biobauern im Alpenvorland. So können sie ihre Höfe weiter betreiben und so hat nachhaltige Landwirtschaft Bestand.

GEPA-Produkte sind bundesweit in ca. 800 Weltläden und bei rund 600 Aktionsgruppen, aber auch in vielen Supermärkten, Bio- und Naturkostmärkten, Firmenkantinen und Bildungsstätten sowie im GEPA-Onlineshop erhältlich.

Slogan aus den Anfangszeiten der GEPA. Foto: The Fair Trade Company

Die GEPA und die 72-Stunden-Aktion

Die GEPA und der Faire Handel sind ein gutes Beispiel dafür, wie aus Kleinem Großes entstehen kann. Ursprünglich hatte alles als Protestbewegung der Jugend angefangen, heute ist der Faire Handel in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Deshalb unterstützt die GEPA die 72-Stunden-Aktion. Zwar kann man in 72 Stunden nicht mal „kurz die Welt retten“, aber man kann jungen Menschen als Hoffnungsträgern Anstöße für ehrenamtliches Engagement geben, das in Zukunft immer wichtiger werden wird. Ob in Nord oder Süd, ob im Fairen Handel oder anderswo. Jeder Einzelne ist wichtig. Wie heißt es so schön in dem afrikanischen Sprichwort „Viele kleine Menschen an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern.“

GEPA-T-Shirts für die jungen Hoffnungsträger

Für die Aktion stellt die GEPA den jungen Hoffnungsträgern 30.000 T-Shirts aus hochwertiger fair gehandelter Bio-Baumwolle zur Verfügung, die mit dem Aktionsmotto „Uns schickt der Himmel“ bedruckt werden können. Die T-Shirts haben Näherinnen und Näher der Handwerksorganisation Craft Aid in Mauritius angefertigt. Mauritius war lange Billig-Lohn-Land für Textilien ausländischer Unternehmen, bis die Produktion verlagert wurde und Mauritius unter besonders hoher Arbeitslosigkeit zu leiden hatte. Craft Aid hat das Ziel, durch die Herstellung handwerklicher Produkte Einkommensmöglichkeiten für besonders benachteiligte Menschen zu schaffen. Behinderte und nicht behinderte Menschen arbeiten zusammen. Die Organisation hat Arbeitsplätze mit einem regelmäßigen überdurchschnittlichen Einkommen, Sozialleistungen und einem Grundlohn, der deutlich über dem gesetzlichen Mindestlohn für den Textilsektor liegt. Die Bio-Baumwolle wird in Indien produziert, zu Garn versponnen und dann in Mauritius gefärbt und zu Jersey verstrickt. Am Ende der Produktionskette steht Craft Aid, wo Design, Zuschneiden, Nähen, Bedrucken und Vermarktung der T-Shirts stattfindet.
Die T-Shirts gibt es in Grün und weiß und in diversen Konfektionsgrößen und Passformen für Männer und Frauen.

GEPA hat den Handel geprägt und für Nachhaltigkeit Zeichen gesetzt. Foto: The Trade Company/A.Fischer

Projektideen der GEPA

Ihr seid eine Aktionsgruppe und möchtet ein Projekt zum Thema "Fairer Handel" machen?

Dann wendet euch gerne an die GEPA. Auf ihrer Webseite hat die GEPA außerdem eine ganze Reihe gelungener Aktionen zusammengestellt, die von verschiedenen Gruppen und Organisationen zum Fairen Handel durchgeführt wurden. Lasst euch inspirieren!

Hier geht es zu den Aktionsideen auf der Webseite der GEPA.