KATHOLISCHE JUGEND Neuss-Mitte

Projektbeschreibung

Auch der Friedhof gehört in unser Leben - Kriegsdenkmal, Schmetterlingsfeld, Naturtrauerhalle, vergessene Gräber: Mit Hand und Verstand pflegen und säubern.

Der Tod ist wohl der sicherste Bestandteil unseres Lebens und auch ein Aspekt unseres Glaubens von enormer Bedeutung. So kam es dann, dass wir als Zusammenschluss der vier Messdienergemeinschaften aus Neuss-Mitte sowie der Katholischen Jugend St. Marien zur 72-Stunden-Aktion vom 23. Bis 26. Mai ein Projekt durchführten, welches mit dem Thema Tod in Berührung tritt.

Unter dem Motto „Pflegen, verschönern, säubern“ widmeten wir uns auf dem Hauptfriedhof einigen Stellen, denen sonst nicht die volle Aufmerksamkeit gelten kann.

Da alle 9 Teilnehmer unserer Gruppe auch zu den Messdienern aus Neuss-Mitte zählten, war der Neusser Hauptfriedhof für viele von uns quasi ein zweiter „Arbeitsplatz“ und recht vertraut. Aber dennoch hat er viele Orte und Facetten zu bieten, die uns nicht vertraut waren. Nach einem kurzen Gebetseinstieg donnerstags Abend begannen wir die Aktion dann eifrig freitags Morgen mit einem Rundgang, auf dem uns Herr Sentürk von der Friedhofsverwaltung mit seinen Kollegen geleitete. Schon in der Friedhofskapelle konnten wir einen neuen Einblick gewinnen. Neben den Tiefkühlräumen birgt der Hauptfriedhof auch einen eigenen Waschraum für muslimische Bestattungen. Das regte auch zu einem interessanten Austausch über diverse Friedhofskulturen als auch die jeweiligen Vor- und Nachteile aus fachlicher Sicht an. Einen selten zu Gesicht bekommenen Anblick bot die alte Friedhofskapelle, die früher von der orthodoxen Gemeinde genutzt wurde und einen für uns ungewohnten Altar hinter einer Abtrennung verbarg. Leider ist diese aufgrund mangelnder Nutzung etwas heruntergekommen. Erwähnenswert ist anschließend noch, dass die positive Seite des Friedhofs nicht nur in seiner Symbolik für die Hoffnung und Auferstehung besteht, sondern auch darin, dass dieser als Ort der sozialen Kontaktknüpfung dient. So konnten die Friedhofsmitarbeiter von einigen Begegnungen mit Angehörigen, die neue Beziehungen auf dem Friedhof schlossen, erzählen.

Nach einer ersten Stärkung ging es dann aber mit dem ersten Teilprojekt los. Die Naturtrauerhalle, eine kleine unter Bäumen versteckte Fläche mit einer Pietastatue, die Möglichkeit zu einer kleinen Trauerfeier im Freien bietet, wurde neu bepflanzt. Auch dem Neusser Friedhof verbirgt sich auch eine ganze Menge Stadtgeschichte. So nahmen wir uns vor, auch das Grab eines Ehrenbürgers, für deren Grabpflege die Stadt verantwortlich ist, zu verschönern. Unsere Wahl fiel dabei auf das Grab von Jacob Le Hanne (1800-1867), der nicht nur die alte Friedhofskapelle, sondern auch das Grundstück des Marienhauses, welches vielen von uns mittlerweile als Pfarrheim vertraut ist, gestiftet hat.

Besonders ans Herz ging das Verschönern des Schmetterlingsfeldes. Auf diesem sind ungeborene Kinder bestattet. An der Oberfläche sind keine wirklichen Gräber zu erkennen, aber ein kleiner Bereich bietet den Angehörigen die Möglichkeit eine Laterne oder sonstige Gegenstände als Zeichen des Abschieds dort niederzulegen. Diese konnten ordentlich gesäubert und aufgeräumt werden.

Als aufwendigstes Projekt stellte sich jedoch die Reinigung des Kriegermals – in Gedenken an die gefallenen Soldaten des Zweiten Weltkrieges – sowie des umliegenden Bereich heraus. Auf dem Foto mag es vielleicht nicht ganz erkennbar sein, aber vor Ort lässt sich das Ergebnis deutlich blicken.

Bei unserem Vorhaben wurde wir auch von der Gärtnerei Selders unterstützt. Diese stiftete uns nicht nur die Pflanzen, wir konnten sogar in einem Workshop zwei eigene Kränze stecken. Diese liegen nun am Kriegerdenkmal sowie am Schmetterlingsfeld.

Den Abschluss bildete samstags Abend ein Gebetsgang mit Betrachtung – wortwörtlich wie auch im übertragenen Sinne – der einzelnen Stellen. Unser Projekt schien unter Gottes Segen zu stehen, denn das Wetter war perfekt abgestimmt. Trocken zur Arbeitszeit und erst jetzt – ein paar Tage später- nimmt es uns die Arbeit zum Gießen ab…

 

Pastoralbüro

Freithof 7, 41460 Neuss

Pressekontakt

Thomas Burgmer
pastoralreferent.burgmerneuss-mittede


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